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Samstag 22.11. • 18:00 - 23:00 Uhr
Schreinerei Niederhofer
Gärtnerweg 1

Renate Böck (Etaner)

MALEREI

Malerei mit Acrylfarben auf Leinwand
Jutta Zervos:
In diesem Jahr werde ich nicht meine eigenen Werke, sondern die Bilder und Skulpturen meiner im Januar 2024 verstorbenen Mutter, Renate Böck (Etaner), ausstellen.
Der Grund, warum ich überhaupt mit dem Malen begonnen habe, ist meine Mama. Bereits in meinen frühesten Erinnerungen sehe ich sie mit Bleistift oder Pinsel. Damit sie in Ruhe malen konnte, drückte sie mir, Stifte und Papier in die Hand, sobald ich sie halten konnte. So werkelten wir gemeinsam, nachmittageweise vor uns hin. In späteren Jahren schickten wir uns dann Fotos von unseren Werken in den verschiedenen Entstehungsphasen und machten uns gegenseitig Mut. Als meine Mutter in Rente kam, ging es künstlerisch bei ihr so richtig los. Sie war Frühaufsteherin und saß oftmals bereits um 5 Uhr an einem ihrer Projekte. Sie arbeitete vorzugsweise mit Acrylfarben, wassermalbaren Kreiden und Pastellkreide. Irgendwann kamen Strukturpaste, Metalle und andere Materialien dazu. Ihre Skulpturen bestehen aus einer tonartigen Masse, die nicht gebrannt werden muss. Das Erschaffen von Büsten hat ihr ganz besonders viel Spaß gemacht. Bei größeren Objekten musste mein Vater stabile Unterkonstruktionen bauen.
Bis zum Schluss fehlte ihr das Vertrauen, Motive aus sich heraus zu schöpfen, was auch der Grund dafür war, warum sie ihre Kunst nie ausstellen wollte. Sie hat sich durch andere Werke inspirieren lassen und diese durch ihre besondere Art der Umsetzung, ganz zu ihren eigenen gemacht. Wenn ich sie auf eine mögliche Ausstellung angesprochen habe, sagte sie immer: „Ich will meine Sachen nicht ausstellen, aber wenn ich mal gestorben bin, kannst Du damit machen, was Du willst“.
Und in diesem Sinne stelle ich in der diesjährigen Kunstnacht erstmalig ihre Werke aus.
„Das Schönste ist, dass ich mich schon am Abend, wenn ich ins Bett gehe, darauf freue, dass ich am nächsten Morgen weiter werkeln kann. Manchmal kann ich gar nicht mehr schlafen, so sehr freue ich mich darauf.“
Diese Begeisterung hat sie mir mitgegeben und dafür bin ich ihr unendlich dankbar. So etwas wie Langeweile kennen wir beide nicht.
© Böck

Renate Böck