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6b

ab 18:00 Uhr
Mittelschwäbisches Heimatmuseum, Heinrich-Sinz-Str. 3-5
geöffnet auch am Sonntag, 23.11. von 14:00 - 17:00 Uhr

Bernhard Schmid

SKULPTUREN / MALEREI / OBJEKTE

Unter den Bäumen

Baumskulpturen, Buch-Bilder, Reliefbilder

Der Holzgestalter Bernhard Schmid aus Rettenbach arbeitet nicht nur mit Bäumen aus heimischer Streuobstwiesen. Neben Exponaten aus Ulme, Platane und Mammutbaum werden einzigartige Stücke aus dem Torso des Jakob-Fischer-Urbaums gezeigt.
Die Ausstellung ist Start- und Endpunkt einer Reise in die eigene Empfindungswelt. Hier gibt es weder falsch noch richtig, nur die subjektive Wahrnehmung und ein Sich-Öffnen für das Neue und Unerwartete. Vielleicht ändert sich Ihr Blick auf Bäume?

über mich

Bernhard Schmids besondere Verbindung zu Bäumen fand ihren Anfang auf dem bäuerlichen Hof des Onkels in Schwabmünchen. Hier verwurzelte er sich – am liebsten auf den Streuobstwiesen unter den Apfelbäumen und entwickelte eine gewisse Demut gegenüber dem Baum als einem individuellen Lebewesen und nicht als dem Material Holz.
Dies macht nun auch die Einzigartigkeit seiner Skulpturen aus, da in ihnen nicht – wie bei dem Schaffen mit Werkstoffen wie Ton, Metall oder Holz – eine bestimmte Aussage oder Intention modelliert wird. So bleibt der Künstler auch mit seinen Baumskulpturen „unter“ den Bäumen, wenn er ihnen keine Form aufzwängt, sondern in einer Art innerem Dialog und Nachspüren dem gewachsenen Wesen nachgeht und dieses in seiner Gestalt herausarbeitet und „zu Wort“ kommen lässt. Absterbenden, gefällten Bäumen schenkt er so ein Weiterleben.
Die über die Jahre perfektionierte Technik der Oberflächenbearbeitung mit natürlichen Stoffen gibt diesem Wesen seinen besonderen Glanz, bietet aber auch ein ungewöhnliches haptisches Erleben an.
In seiner Heimat im Landkreis Günzburg wurde Bernhard Schmid im Jahr 2005 bekannt durch die Gestaltung des Landkreislogos „Die Familie“ als Holzskulptur. Im selben Jahr bearbeitete er eine stadtbekannte 100jährige Buchenknolle. Dieser Baum mit seiner riesigen Knollenverwachsung hatte im Umfeld eine gewisse Berühmtheit – die Skulptur „Innere Werte“, die daraus entstand, verdeutlicht die Verbundenheit vieler Menschen mit dem exponierten Baum.
Ein Höhepunkt seines Schaffens war die Arbeit mit dem „Jakob Fischer Ur-Baum“. Die nachweisliche Existenz eines Stammbaums einer alten und überaus beliebten Obstsorte ist einzigartig. Die weitere Entwicklung der Geschichte lässt sich in dem erschienenen Buch „Jakob Fischer – Baum, Frucht, Mensch“ nachlesen.
Eine weitere Baumberühmtheit beschäftigte ihn in Form der sogenannten „Wielandlinde“ aus Biberach. Christoph Martin Wieland, herausragender Wegbereiter der „Weimarer Klassik“ und der Erste des klassischen Viergestirns (Wieland, Goethe, Herder und Schiller) soll unter ihr seiner Geliebten versprochen haben, Schriftsteller zu werden.
Als ein gefällter Riesenmammutbaum aus der Wilhelma-Saat Wilhelm II. den Weg in Schmids Werkstatt fand, begann er mit diesem außergewöhnlichen Holz, Skulpturen, Bilder und Kleinmöbel zu schaffen. „Berührt sein und sich berühren lassen“, das ist das Kunstverständnis von Bernhard Schmid. Wenngleich die Werke in ihrer Ästhetik sehr dekorativ anmuten, so geht es im Wesentlichen doch um die Emotionen, die in ihnen konzentriert oder durch sie gelöst werden. So können Betrachter eigene Erinnerungen, Emotionen und Deutungen in einer Skulptur wiederfinden.

Bernhard Schmid